Interview mit unserem Kapitän Toni Jurascheck nach dem Derby und Spitzenspiel

Toni Jurascheck ist Kapitän des FC Union Mühlhausen. Im Interview spricht er über sich, sein Team, seine Zukunft und schönsten Momente.
Er ist der Kapitän und trägt bereits in der siebten Saison das Trikot von Fußball-Landesklässler FC Union Mühlhausen: Toni Jurascheck ist für seinen Trainer Ronny Aster der verlängerte Arm auf und abseits des Platzes. Im Interview spricht der 34-Jährige, der früher unter anderem beim FC Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt und Wacker Nordhausen gespielt hat, über besondere Kirmesspiele, seine Hauptaufgaben, Saisonziele, den Traum von der Meisterschaft und seine schönsten Momente als Fußballer.
TA: Am vergangenen Freitag haben Sie im Derby gegen Struth/Diedorf in der 90. Minute vor 500 Fans den Elfmeter zum 2:2-Endstand verwandelt haben da auch einem Routinier wie Ihnen vorher die Knie gezittert?


Es hat schon gekribbelt, auch schon vor dem Spiel. Aber wenn man das als Fußballer nicht mehr hat, dann kann man auch nicht seine beste Leistung abrufen. Ich hatte für den Elfmeter eigentlich zuerst einen anderen Grundgedanken. Ich hatte überlegt, ihn in die Mitte zu schieben. Aber wenn der Torwart dann stehenbleibt und den Ball locker fängt, dann bekomme ich hinterher auf der Mühlhäuser Kirmes Probleme (lacht). Ich glaube, dass ich ihn links unten verwandelt habe, war schon ganz gut.


TA: In der Vorbereitung hat ihr Team einige Strafstöße verschossen...


Das stimmt. In den Testspielen haben wir vier bekommen, und alle sind nicht reingegangen. Ich habe aber keinen davon geschossen (lacht). Im Erstrunden-Pokalspiel gegen Meiningen habe ich vom Punkt nicht getroffen, aber ich glaube, das war das erste Mal seit sechs Jahren, dass ich einen wichtigen Elfmeter nicht reingemacht habe.


TA: Ist ein Derby wie am Freitag auch für Sie noch etwas Besonderes?


Natürlich. Man hat schon in der ganzen Woche zuvor gemerkt, dass etwas anders ist. Auf einmal waren 35 Leute beim Training, und keiner wusste, wo die hergekommen sind (lacht). Eigentlich spiele ich nicht so gerne Kirmesspiele – in denen haben wir in den vergangenen Jahren oftmals nicht gut ausgesehen.


TA: Siege gegen Bielen und in Siemerode, Remis gegen Struth/Diedorf – wie bewerten Sie den Saisonstart?


Hätte uns einer gesagt, dass wir aus den ersten drei Spielen sieben Punkte holen, hätten wir das sofort unterschrieben. Jeder, der schon einmal in Siemerode gespielt hat, weiß, wie schwierig es ist, dort zu gewinnen. Und gegen Struth/Diedorf sind wir nach einem 0:2 noch einmal zurückgekommen. Wir haben viele junge talentierte Spieler, die wir Älteren führen wollen.


TA: Ist mit diesem Team die Meisterschaft drin?


Wir haben eine sehr gute Mischung aus erfahrenen Spielern wie den zurückgekehrten Daniel Schmidt und Sven Bernsdorf, ich gehöre ja auch dazu. Dazu kommen viele hoffnungsvolle jüngere Akteure. Wenn alles rund läuft und alle einen klaren Kopf bewahren, dann spielen wir bis zum Ende ganz oben mit.


TA: Sie sind der verlängerte Arm des Trainers – welche Aufgaben haben Sie auf und abseits des Platzes?


Ich will dafür sorgen, dass die Jungen das Bestmögliche aus sich herausholen. Dabei helfe ich ihnen gerne. Die Älteren können meine Geschichten wahrscheinlich schon nicht mehr hören, aber denjenigen Jüngeren, die es interessiert, erzähle ich sie gerne. Wenn man mit 18 oder 19 Jahren schon in der Landesklasse spielt, ist der Schritt in die Regionalliga nicht mehr so weit. Aber man muss am Ball bleiben. Ich setze mich gerne auf die Bank und gucke den Jungs von außerhalb zu.


TA: Wie lange wollen Sie noch spielen?


Das ist jetzt meine siebte Saison in Mühlhausen, und es sollen noch einige hinzukommen. Ich fühle mich nach wie vor fit, die Knochen spielen noch mit, auch wenn manchmal der Muskelkater zwickt (lacht).


TA: Was war ihr schönster Moment als Fußballer?


Der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit dem FC Carl Zeiss Jena als 19-Jähriger. Was damals dann abging, war schon der Wahnsinn. Oder 2009 das Spiel mit dem heutigen RB Leipzig vor 23.000 Zuschauern im Zentralstadion gegen Lok Leipzig. Von den 23.000 Fans waren 18.000 Lok-Anhänger. Da hat die Bude gebrannt.

Die Fragen stellte Christian Roeben (Thüringer Allgemeine)

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