Südeichsfelder gewinnen verdient

24. November 2019

DJK SG Struth/ Diedorf – FC Union Mühlhausen 3:2 (3:1)

Von GERD TUPPEIT

Aufstellungen:

Struth: M. Jakobi, Meißner, Andres, A. Müller, Fischer, Neuschl, Rodenstock, P. Jakobi, M. Müller, Engelhardt, Käppler (Apel, Nolte)

Mühlhausen: Krengel, Stromczynski, Hebestreit, Jurascheck, Ilgmann, Kochanowski, Hottop, Seyd, Mummert, Stauch, Damm (Fränkel, A. Franke, Strohschein)

1:0 Andres (2.)

1:1 Stromczynski (19.)

2:1 Engelhardt (25./ Foulelfmeter)

3:1 Engelhardt (45./ Handelfmeter)

3:2 Jurascheck (55./ Foulelfmeter)

Für Andreas Koppe war es ein besonderes Spiel. Der heutige Platzwart im Stadion an der Aue ist als Torhüter eine Legende. Er spielte viele Jahre in beiden Mannschaften und genießt in beiden Vereinen bis heute höchstes Ansehen. Diesmal war er als Zuschauer in Struth und schüttelte oft fassungslos den Kopf, was auf dem Rasen neben dem Fußball so passierte.

Es war ein Derby und ein sehr spezielles dazu. Fünf Tore, vier Platzverweise und drei Elfmeter, langweilig war es nie auf dem tiefen Struther Nebenplatz. Und am Ende gab es einen verdienten Sieger. Struth begann temposcharf und ging früh mit einem schnellen Konter durch Andres auf Pass von Käppler in Führung (1:0/ 2.). Nur 17 Minuten später köpfte Unions Rechtsverteidiger Stromczynski eine Ecke von Ilgmann zum Ausgleich in die Maschen (1:1/ 19.).Dennoch, die Struther waren in den ersten 30 Minuten deutlich aktiver, Union hatte nicht nur mit der Positionierung in der Defensive Probleme, sondern offensichtlich auch mit der Standfestigkeit. Die Gäste rutschten auffällig oft weg, auf dem tiefen Boden eine Frage der Schuhwahl. Nur wenig später ging Struth wieder in Führung, nach zwei sehr glücklichen Entscheidungen zugunsten von Union roch der Elfmeter ein wenig nach Konzession. Kochanowski stieß Neuschl bei einer Flanke völlig unnötig von hinten, der nahm das dankend an und ging zu Boden. Engelhardt verwandelte sicher zum 2:1 (25.). Kurz vor der Pause konnte Struth sogar noch erhöhen, Neuschls Flanke blockte Kochanowski mit dem Arm, den berechtigten Elfmeter verwandelte Engelhardt sicher zum 2:1 (25.). Nach dem Wechsel wurde es turbulent, Union wurde mit der Einwechslung von Fränkel und später A. Franke deutlich stärker und Referee Reichenbächer entglitt die Begegnung völlig. Zunächst bekam auch Union einen Elfmeter, M. Müller foulte Ilgmann, wohl auch ein „Kann-Strafstoß“. Jurascheck verwandelte sicher zum 3:2 (55.). Dann wurde es turbulent. Der bereits verwarnte Kochanowski bekam nach einem harten Foul zu Recht Gelb-Rot (69.). Zwei verschuldete Elfmeter und dazu Gelb-Rot, wahrlich ein gebrauchter Tag für den polnischen Defensivstrategen. Dann sah der an diesem Tag etwas übermotiviert wirkende Fränkel Rot, wohl wegen eines harmlosen Disputs mit einer Zuschauerin (77.). Und die Dusche konnte gleich weiterlaufen, Struths Neusschl erhielt drei Minuten später Gelb-Rot wegen Ballwegschlagens (80.). Und schließlich folgte in der Schlussminute auch noch Ilgmann mit Gelb-Rot nach zwei Fouls kurz hintereinander. Erstaunlicherweise drückte Union in Unterzahl vehement auf den Ausgleich, Struth vertraute im zweiten Abschnitt nur noch auf oft versandende Konter und bärenstarke Standards (P. Jakobi, Meißner). Vor allem der 17-jährige Meißner bot eine überragende Partie und wird sicher noch für Furore sorgen. Nach diversen Rudelbildungen ging das Spiel mit 3:2 zu Ende. Beide Trainer machten den Schiedsrichter erfreulicherweise nicht zum Thema, schmunzelten nach dem Spiel aber gemeinsam über ihre emotionalen Ausbrüche. Struths Andreas Seipel meinte zum Spiel: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir in den ersten 30 Minuten aktiver und aggressiver waren. Nach der Führung hätten wir unsere Konter in Überzahl viel besser ausspielen müssen. Unions Coach Ronny Aster war sauer: „Es geht nicht, dass sich auch erfahrene Spieler so in der Schuhwahl vergreifen, die Platzverhältnisse waren so zu erwarten. Dadurch waren wir oft zu spät, daraus resultierten Fehler und Fouls. Die erste halbe Stunde war einfach katastrophal, später in Unterzahl haben wir uns zumindest gewehrt. Die Niederlage geht in Ordnung, wir werden über manches reden müssen.“

Ein Dankeschön für die Fotos an Klaus Dreischerf.