Remis gegen ein Spitzenteam

3. November 2019

FC Union Mühlhausen – SG FC Erfurt Nord 1:1 (0:1)

Von GERD TUPPEIT

Aufstellungen:

Mühlhausen: Krengel, Stromczynski, Kuhn, Hebestreit, Jurascheck, Vitolnieks, Fränkel, Hottop, Seyd, Mummert, Kochanowski (Rost, Schweikert)

Erfurt: Schoepe, Rost, Stolpe, Wetzold, Menz, Decker, A. Pham, Ost, Kliem, Weichert, Eckermann (Metschulat, T.- L. Pham, Lugmeier)

1:0 Stromczynski (10.)
1:1 Weichert (68.)

Am Ende waren alle irgendwie zufrieden. Union, weil der Elfmeter der Gäste in der Schlussphase normalerweise eine Niederlage besiegelt. Und die Erfurter, weil ihr Klassekeeper Schoepe in der Schlusssekunde eine Riesenchance gegen den völlig allein vor ihm auftauchenden Mummert mit einer Glanztat den Punkt festhielt.

Zunächst aber war das Spiel eine Begegnung mit Unions Vergangenheit. Sowohl Christoph Weichert (31) als auch Tobias Eckermann (30) trugen längere Zeit das Union-Trikot und das machte das Spiel auch für diese Routiniers zu einem besonderen. Erfurts Coach Christian Stieglitz wusste zu berichten, das vor allem Weichert eine besondere Anspannung verspürte. „So früh war er noch nie am Treffpunkt“, stellte der Trainer mit einem Schmunzeln fest. Pößneck, Halberstadt, Markranstädt, Gotha und Dachwig, der Mittelfeldstratege hat viel erlebt in seiner Laufbahn, da bleiben Freundschaften und viele Kontakte, zumal er fast vier Jahre bei Union spielte. So stand er nach dem Spiel noch lange mit seinem ehemaligen Mitspieler Rene Schönheit vor der Kabine und analysierte das vergangene Geschehen auf dem Rasen.

Dort entwickelte sich ein jederzeit spannendes, aber eher niveauarmes Spiel mit vielen kleinen Fouls und Nickligkeiten. Das Ergebnis von 1:1 (1:0) war leistungsgerecht, beide Teams konnten damit am Ende gut leben. In der ersten Halbzeit war Union das stärkere Team, das auch zu Recht früh in Führung ging. Nachdem der starke Fränkel noch abgeblockt wurde, traf Rechtsverteidiger Stromczynski mit straffem Schuss zum 1:0 (10.). Das Spiel schien im Sinne der Gastgeber zu laufen, zumal Erfurts Topspieler A. Pham und Weichert nach Lappalien früh Gelb sahen. Damit aber brachte sich der Gothaer Referee Martjuschew früh in Zugzwang. Bis zur 30. Minute hielt Union eine gewisse Dominanz aufrecht, doch das Team versäumte es, rechtzeitig mit dem 2:0 nachzulegen. Chancen gab es dafür nur wenige, doch in der Defensive ließ das Team bis zu diesem Zeitpunkt fast nichts zu. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Erfurt allerdings etwas stärker und aktiver.

Das setzte sich nach dem Wechsel fort, zumal Erfurt seinen Spielmacher T.-L. Pham einwechselte, der nach dreimonatigem Vietnamaufenthalt noch keine 90 Minuten gehen konnte. Dann wurde es turbulent. Zunächst markierte ausgerechnet Weichert per Kopf den Ausgleich. Wenig später erhielt Erfurts A. Pham nach einem Foul im Mittelfeld Gelb-Rot. Kurz darauf wurde Weichert bei einer Flanke im Strafraum festgehalten, doch der junge Kliem knallte den Elfmeter an die Latte. In Unterzahl zogen die Gäste das Geschehen nun an sich, doch die größten Chancen besaßen zum Schluss die Gastgeber. Aber weder Hottop noch Mummert konnten Keeper Schoepe überwinden. Beide Trainer zeigten sich dennoch durchaus zufrieden. Nords Christian Sieglitz stellte fest:“ Das Remis geht in Ordnung. Der verschossene Elfmeter ist ärgerlich, aber wir hätten am Ende auch noch verlieren können. Vor der Gelb-Roten wollte ich Andy noch auswechseln, aber ich war nicht schnell genug“. Ronny Aster (Union) meinte nach dem Spiel: „Wir haben ein Spitzenteam voll gefordert und ein verdientes Unentschieden erreicht. In Überzahl müssen wir cleverer spielen und unsere Konter ausspielen, aber unser Gegner hat es nach dem Platzverweis auch gut gespielt.“