Doppelter Raivis bringt Dreier

17. November 2019

FC Union Mühlhausen – SV Germania Wüstheuterode 2:1 (2:0)

Von GERD TUPPEIT

Aufstellungen:

Mühlhausen: Krengel, Stromczynski, Kuhn, Hebestreit, Jurascheck, Vitolnieks, Hottop, Seyd, Mummert, Kochanowski, Damm (Ilgmann, Fränkel)

Wüstheuterode: Bolle, D. Thön, Wenzel, Flieger, Gastrock-Mey, Drößlrer, Thunert, Fromm, Frommer, Thüne, Pingel (Schlanstadt, Wolff)

1:0 Vitolnieks (10.)
2:0 Vitolnieks (14.)
2:1 Wenzel (51.)

Für Marcus Wenzel war es ein besonderes Spiel. Einst hatte der 30-jährige in Wüstheuterode mit dem Fußball begonnen, wo schon sein Vater spielte. Nach einer Wechselodyssee und einer zerbrochenen privaten Beziehung kehrte er zu Saisonbeginn nach Wüstheuterode zurück und das pikanterweise von Union Mühlhausen. Dieser Wechsel war insofern bemerkenswert, als dass bei Union seit Jahren Dietmar Hahn als Mannschaftsleiter fungiert, während Hahns Bruder in Wüstheuterode als Sportlicher Leiter tätig ist. Es blieb also alles in der Familie, auch wenn der Anteil beider Brüder an Wenzels Wechsel eher gering war.

Das Spiel begann fulminant, gegen anfangs viel zu offene Gäste begann Union bärenstark „wie die Feuerwehr“ und spielte 20 Minuten richtig guten Fußball. Das wurde auch bald belohnt, nach einem Solo von Mummert erzielte Vitolnieks mit einem 20- Meter- Schuss das frühe 1:0 (10.) und baute das Resultat selbst nach einer weiteren Klassevorarbeit von Mummert nur vier Minuten später aus (2:0/ 14.). Auch danach dominierte Union deutlich, Wüstheuterode fand nach 25 Minuten langsam ins Spiel, auch wenn der sonstige Topspieler der Gäste Gastrock-Mey seiner Form derzeit weit hinterherläuft.

Im gleichen Maße ließ Union nach und verlor den anfänglichen Zug im Spiel. Bereits vor dem Wechsel besaßen die Gäste durch Marcus Wenzel und Spielertrainer Andre Thüne zwei Riesenmöglichkeiten, unmittelbar nach der Pause markierte ausgerechnet Wenzel den Anschlusstreffer. Bei einem Konter hob der schnelle Stürmer den Ball über den unnötig herausgeeilten Keeper Krengel gekonnt zum 2:1 (51.). Danach wurde es ein ansehenswertes, ausgeglichenes Spiel, weil Union durch die Einwechslung des starken Tom Fränkel die Spielkontrolle zurückgewann. Gute Möglichkeiten auf beiden Seiten brachten aber keine weiteren Treffer, doch in der Nachspielzeit hätte es für die Gäste und ihren Torjäger ein ganz besonderes Happyend geben können. Ähnlich wie bei 2:1 lief Wenzel allein auf den herauslaufenden Union- Keeper zu, doch diesmal strich sein Heber um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. So brachte Union den aufgrund der starken ersten 25 Minuten verdienten Sieg mit dem „letzten Tropfen Sprit“ ins Ziel.

Wüstheuterodes Spielertrainer Thüne war nach dem Spiel enttäuscht: „Wir haben die erste Viertelstunde verschlafen, dann mussten wir einem Rückstand hinterherlaufen. Nach einigen Niederlagen haben wir nun Druck, aber unser Aufbegehren nach dem Rückstand sollte uns Mut machen.“ Unions Ronny Aster war trotz des Sieges nicht völlig zufrieden: „Wir hätten es heute nach der frühen Führung problemloser haben können, aber wir haben danach nicht mehr mit der nötigen Konsequenz gespielt. Vielleicht dachten einige, es geht auch mit ein paar Prozent weniger, doch dafür war Wüstheuterode zu stark. Am Ende mussten wir froh sein, nicht noch den Ausgleich zu kassieren, auch wenn wir uns in der zweiten Halbzeit wieder gefangen haben. Wir haben uns das Leben heute selbst schwer gemacht.“

Raivis`Doppelpack bringt drei Punkte